Von der Rohform zum Kunstwerk

Vor dem Handeln kommt die Idee. Mit dem Endergebnis vor dem geistigen Auge, wird eine Skizze der einzelnen Arbeitsschritte gezeichnet. Damit es bei der Umsetzung nicht zu einem Dilemma kommt, sind sehr gute Kenntnisse der vorhandenen Rohmaterialien und deren Bearbeitungsmöglichkeiten grundlegend. Ohne diese Fähigkeit wird es kein Kunstwerk, sondern eher ein Provisorium. Edelmetalle, Metalle und die zahlreichen Edelsteine – das Spektrum der nutzbaren Rohstoffe ist groß.

 

Zuerst muss die kreative Idee sorgfältig in Ihre Einzelteile zerlegt aufs Papier gebracht werden. Stück für Stück wird hier jedes kleine Detail abgebildet und visualisiert. Diese Zeichnungen bilden die Grundlage des Fertigungsprozesses. Auch die Material- und Fertigungskosten werden in diesem Schritt genau festgehalten.

 

Dann beginnt die praktische Umsetzung. Das ausgewählte Metall wird eingeschmolzen und, zum Beispiel bei einem Ring, in Stangenform gegossen. Durch verschiedene Walztechniken wird die Stange nun in die gewünschte Ringform und Länge gebracht. Damit das Material durchgehend homogen bleibt, finden diese Bearbeitungsvorgänge unter dem Wechsel von Erhitzen und Auskühlen statt. Dann wird der Ring in die uns bekannte Form gebracht. Die vorhandene Naht wird unter erneutem Erhitzen zusammengelötet. Auch bei der Einpassung der Steine ist höchstes Geschick gefragt. Die Fassung für den gewünschten Edelstein wird exakt angefertigt und montiert, sodass das Kleinod  perfekt eingesetzt werden kann.

Nun wird die Fassung in den Ring eingearbeitet und verlötet. Anschließend wird der Ring versäubert was erfordert, dass das Schleifwerkzeug immer feiner wird, bis hin zum endgültigen Finish der Politur. Am Ende ist in dem gefertigten Schmuckstück die Individualität  des Schaffungsprozesses sichtbar.


Neben dem handwerklichen Geschick benötigt die Umsetzung dieser Vision eine große Portion Leidenschaft und Hingabe. Jeder Handwerker und Künstler kennt diese Zutat seines Berufes. Wer diese Leidenschaft einmal hautnah miterleben möchte, hat dazu einige Möglichkeiten. Auf dem Nordhorner Holschenmarkt findet man auch in diesem Jahr wieder viele alteingesessene Hand- und Kunstwerker, denen man bei Ihrer Arbeit über die Schulter schauen kann.